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schaden

Beispiele aus der Praxis

Sturmschäden

Das Orkantief CHRISTIAN ist am 28. Oktober 2013 mit Windgeschwindigkeiten von knapp 200 Stundenkilometer über das nördliche Mitteleuropa hinweggefegt. Der extrem starke Wind hinterließ eine Spur der Verwüstung. So auch hier an dem Dach eines Gehöftes in Schleswig Holstein.

Elementarschäden

Starke Regenfälle ließen Ende Mai / Anfang Juni 2013 die Flüsse in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen anschwellen. Einige Wohnhäuser waren nur noch per Boot zu erreichen. Nach einer ersten Bilanz nennt die Versicherungs-wirtschaft 180.000 versicherte Schäden in Höhe von fast 2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Elbe-Flut 2002 verursachte 150.000 versicherte Schäden in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. Die Aufnahme links entstand in Micheln am Löbitzsee.

Leitungswasserschäden

Hier hat die Leitung dem Frost nicht standgehalten. Es gehört zu den Sorgfaltspflichten, Wohnungen bei extremen Außentemperaturen nicht unbeheizt zu lassen - auch und gerade bei Abwesenheit. Wer nur übers Wochenende verreist, mag ausreichend Vorsorge treffen, wenn er bei Thermostatventilen die Frostschutzstellung wählt. Vor einer längeren Abwesenheit, etwa einem mehrwöchigen Urlaub, sollten Wasserleitungen während der Frostperiode, möglichst entleert werden.

Brandschäden / Ursachenbewertung

Für die Bewertung der Ursachen von klassischen Schäden an Gebäuden, Anlagen und Fahrzeugen sind die zu bewertenden Güter i. d. R. noch vorhanden. Ganz anders verhält es sich bei der Brandursachenbewertung. Es ist die hohe Kunst der Ermittlungsarbeit, aus Schutt und Asche den Brandverlauf und letztlich die Ursache ablesen zu können. Man kann das auch mit der Tätigkeit eines Archäologen vergleichen. Es ist auf jeden Fall eine forensische Tätigkeit, die darin besteht, die nach einem Brand noch vorhandenen Spuren zu sichten, zu sichern, auszuwerten und zu dokumentieren. Dies erfordert neben einem soliden Fachwissen auch einen hohen Zeitaufwand und nicht selten endet dieser Aufwand mit der Aussage, dass die Ursache nicht ermittelt werden konnte. Leider gibt es im Gegensatz zu unzähligen Statistiken über die Verteilung von Brandursachen keine belastbare Statistik aus der die Anzahl ungeklärter Brandursachen hervorgeht. Über die prozentuale Verteilung der Brände gibt es inzwischen verlässliche Angaben verschiedener Institutionen. Danach entstehen fast die Hälfte aller Brände (rund 45 %) in privaten Gebäuden, 20 % in Firmengebäuden und 13 % in öffentlichen Gebäuden. Bei all diesen Szenarien sind Menschen in Gefahr. Dabei geht die größte Gefahr vom Brandrauch aus. Leider sterben in Deutschland immer noch jährlich über 400 Menschen bei Bränden.
Bis zu 80 % davon sterben dabei an einer Rauchgasvergiftung. Dringt Rauch in ein Zimmer, so verbleiben (je nach Größe des Zimmers und der brennenden Gegenstände) nur zwei bis vier Minuten, um den Gefahrenbereich zu verlassen. Nachfolgend einige Beispiele aus meiner Praxis.

2006 war ich für RAM Engineering + Anlagenbau GmbH im Mittleren Osten unterwegs. Im Emirat Sharjah hatte ich meinen ersten großen Brandschaden zu bewerten.

Diese Herausforderung war auch gleichzeitig Ansporn für die nachfolgenden unzähligen Ermittlungen von Brandursachen.

Der Klassiker, Herd eingeschaltet und Haus verlassen. Dazu gab es eine Herdplatten-Abdeckung aus Holz. Das Feuer hat sich innerhalb einer Stunde zu einem Vollbrand entwickelt. Der Schaden liegt im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich.

Es war im Winter und die Betriebsstätte wurde mit mehreren Ölöfen beheizt. Da gerade kein geeignetes Heizöl verfügbar war, nahm man eine Mischung aus Motorenöl und Dieselöl. Es kam zu einer Verpuffung und aufgrund reichlich vorhandener Brandlasten zeitnah zu einem Vollbrand. Man spricht von einer Verpuffung, wenn es zu einer plötzlichen Entzündung kommt, die sich mit Druck ausbreitet.

Laut Statistik steht die Elektrizität mit über 30 % noch immer an erster Stelle der Brandursachen.

Im Beispiel links hat eine lose Klemmverbindung zu einem Kabelbrand geführt. Durch die lose Klemm-verbindung kam es zu Kontaktunterbrechungen und sog. Störlichtbogen, die wiederum die Kunststoff-ummantelung der Kabel in Brand gesetzt haben.

Brand auf einem Campingplatz durch unsachgemäße Inbetriebnahme eines Gasheizofens. Im Verlauf der länger andauernden Zündversuche ist bestimmungswidrig Gas ausgeströmt und infolge weiterer Zündversuche zur Verpuffung gelangt. I. d. R. muss bei derartigen Gasheizöfen gem. Anleitung der Bedienungsgriff für ca. 10 s niedergedrückt werden, bis die Flamme störungsfrei brennt. Nach Herstellerangaben darf innerhalb vor Ablauf von 3 Minuten kein Nachzünden erfolgen, da sonst Verpuffungsgefahr entsteht.

Der Bodenablauf war undicht. Der Handwerker behob den Schaden mit Hilfe von kleinen erhitzten Bitumenstücken, welche mit dem Bodenablauf bzw. mit der angrenzenden Bodenfläche verklebt wurden. Das Erhitzen der Bitumenstücke erfolgte mit einem Propangasbrenner. Es kam im Bereich des Wandanschlusses zum Nachbarhaus zu einem Glimmbrand. Ein fortdauerndes Glimmen, das auch nach Entfernen der Zündquelle erhalten bleibt, wird als Nachglimmen bezeichnet und kann sich über mehrere Stunden entfalten, bis es durch Sauerstoffzufuhr zum Wiederaufflammen führt.

Die Brandursachenermittlung der einfachen Art, wenn auch vor einem traurigen Hintergrund. Der Heizlüfter stammte noch aus den frühen fünfziger Jahren. Mit zweiadrigem Anschlusskabel ohne Schalter, direkt an der Steckdose angeschlossen. Im Raum schliefen zwei ältere Personen. Der Heizlüfter entzündete eine Decke. Die Personen wurden schwer verletzt gerettet.

Besteht der Verdacht auf eine vorsätzlich herbeigeführte Brandentstehung, so wird neben technischen Gerätschaften, wie bspw. dem Einsatz eines Photoionisationsdetektors (PID), praktisch als Steigerung dieser Methode, auch der Spürhund eingesetzt. Brandmittelspürhunde sind auf Grund ihres hochempfindlichen Geruchsinns in der Lage, noch nach Tagen, stark abgedampfte oder auch kleinste Restmengen brennbarer Flüssigkeiten im Brandschutt zu erkennen.

Vorsätzliche Brandstiftung im Klassenraum eines Schulgebäudes. Täter konnten aufgrund von Zeugenhinweisen ermittelt werden.

Dachstuhl nach Neueindeckung im Vollbrand. An den Dachanschlüssen wurde mit offener Flamme gearbeitet. Ca. 8 Stunden nach Beendigung der Arbeiten kam es zum Brandausbruch.

Brand eines Kühlturms mit Messwarte. Bei Instandhaltungsarbeiten in Verbindung mit offener Flamme am Treppenaufgang zur Messwarte kam es zu einem Brand des Kühlturms und der Messwarte selber.

Brand eines Wohnhauses. Grillasche des Vorabends wurde in einen Müllsack gefüllt. Wenig später kam es zum Vollbrand.